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Newsletter 1 | 2017

Der Markt für laktosefreie Lebensmittel und Getränke ist erwachsen geworden

Alte Bekannte und neue Alternative

Seit einigen Jahren boomt der deutsche Markt für laktosefreie Produkte. Allein von Juli 2014 bis Juli 2015 stieg der Umsatz für diese Lebensmittel im Vergleich zum Vorjahr um weitere zehn Prozent. Was sind die Ursachen für den Erfolg einer Produktgruppe, die sich zwischen Milchzuckerunverträglichkeit und Lifestyle bewegt?

Laktosefreie Lebensmittel zählen zu den »Routiniers« unter den Free From-Produkten. Sieben Prozent aller 2015 in Deutschland eingeführten Lebensmittel und Getränke waren als laktosefrei gekennzeichnet – fast doppelt so viele wie im Jahr 2011. Enrico Krien, Client Business Manager bei Nielsen, beobachtet den Markt schon lange: „Die Wachstumsraten sind zwar abgeflacht, jedoch kann der Markt weiter zulegen.“ Anders als die jüngeren glutenfreien Produkte, haben sich die Lebensmittel mit dem Label »laktosefrei« bereits einen festen Platz im Sortiment des Supermarkts erobert. Das bestätigt auch Enrico Krien.

glutenfrei
Die Vielfalt an laktosefreien Produkten nimmt stetig zu.

Im direkten Vergleich zeigt sich: So groß der Hype um die Free From-Alternativen ohne das Klebereiweiß auch sein mag, an der Umsatzspitze stehen sie nicht. „Im Jahresvergleich machen laktosefreie Produkte im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten etwa das Doppelte an Umsatz“, so der Analyst von Nielsen. Damit habe das Segment einen essenziellen Anteil am Free From-Markt hierzulande.

Laktosefrei als Glaubensfrage

Fragt man den Nielsen-Experten nach den Gründen für den Markterfolg der Produkte, so fällt seine Antwort eindeutig aus: „Die Anzahl der so genannten sensiblen Esser steigt derzeit kontinuierlich. Ernährung wird immer mehr zur Glaubensfrage“, meint Krien. Gemeint ist damit die wachsende Gruppe der Konsumenten, die Free From-Produkte in ihren Lifestyle integrieren. Eine aktuelle Nielsen-Studie unterstützt diese Annahme. Sie hat gezeigt, dass Konsumenten weniger aus gesundheitlichen Gründen zu diesen Produkten greifen als aufgrund ihrer individuellen Vorstellung von gesunder Ernährung.

Milchfreie Alternativen auf Wachstumskurs

Die Verwendung der Bezeichnung »laktosefrei« ist gesetzlich nicht geregelt. Als laktosefrei, und damit gut verträglich, wird ein Lebensmittel bezeichnet, wenn es weniger als 0,1 Gramm Laktose pro 100 Gramm enthält. Während die Branche weiterhin auf einen gesetzlichen Grenzwert für die Kennzeichnung wartet, stellt sich diese Frage für Milchalternativen, die von Natur aus keine Laktose enthalten, erst gar nicht. „In den vergangenen Jahren interessieren sich immer mehr Verbraucher für pflanzliche Milchalternativen aufgrund ethischer Bedenken, oder auch einfach nur, weil sie Lust haben, neuartige Geschmacksrichtungen auszuprobieren“, weiß Katya Witham von Mintel. Soja, der einstige Shooting-Star unter den Rohstoffquellen für pflanzliche Milchalternativen, steht nicht mehr allein da. Mit Desserts aus Lupine oder Mandelmilch sprechen die Produktentwickler neue Zielgruppen an, die auf Laktose, nicht aber auf Vielfalt und Genuss verzichten wollen. Wachstumspotenzial sehen die Marktforscher von Mintel vor allem in der Entwicklung von Käse sowie gekühlten und gefrorenen Desserts aus Milchalternativen.

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Titel LT

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der food design 2 | 2016

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